"Das haben wir schon immer so gemacht."

Wer kennt sie nicht die Killerargumente oder Totschlagargumente? Beide Begriffe sind gängig und meinen im Prinzip dasselbe: Ein Argument, das inhaltlich nahezu leer daherkommt. Ein Scheinargument, das weder Fakten noch Zusammenhänge bietet, wären sie nicht so unglaublich effektiv. Mit nur einem einzigen Satz ist jede Diskussion beendet, der Diskussionspartner mundtot gemacht und jedes lösungsorientierte Denken zum Verbleiben im Untergrund verdammt. Der Gesprächspartner soll herabgesetzt werden, manchmal sind Killerargumente auch nur eine Folge von Unüberlegtheit und Unwissenheit. Oft soll ein bestehender Zustand erhalten werden, weshalb sie uns häufig im Zusammenhang mit Veränderungsprozessen begegnen: "Das mag ja bei XY funktionieren, aber nicht bei uns."

 

Die Liste der Killerargumente ist lang und sie kommen in nahezu allen Bereichen vor: im Privaten, in der Politik und natürlich im Büro. Selten sieht man sie kommen, weshalb sie einen nur umso gewaltiger treffen. Oft geht man instinktiv in die Deckung, zieht sich zurück. Greift man jedoch zur Variante der Attacke, verlässt man meist auch die sachliche Ebene. So wird die Diskussion schnell zu emotional und kann zu bösem Blut im Unternehmen führen. 

 

Aber was kannst du jetzt tun oder bist du diesen Angriffen hilflos ausgeliefert? Auch ignorieren solcher Killerargumente erscheint nicht die beste Lösung. Derjenige, der ein solches Argument hervorgebracht hat, könnte noch aggressiver werden und weitere Killerargumente anbringen. Außerdem kann es immer sein, dass sich die "Bedenken" in den Köpfen der anderen Beteiligten der Diskussion festsetzen. Daher ist grundsätzlich ratsam, das hervorgebrachte Killerargument aufzunehmen und beispielsweise so zu zerlegen:

 

1. Hinterfragen

Nehmen wir das Beispiel von oben: "Das mag ja bei XY funktionieren, aber nicht bei uns." Da bietet es sich an zurückzufragen: "Was genau wird denn nicht funktionieren?" oder "Was denkst du konkret, warum es nicht funktionieren wird?". So ist der Ball wieder bei deinem Gesprächspartner und es besteht gleichzeitig die Chance auf eine ruhige und sachliche Diskussion.

 

2.Punkten mit ZDF

Es ist deine Präsentation, du steckst tief in der Materie drin und dann äußert jemand: "Am Ende kommt ja doch nichts bei rum!" Hier kannst du mit Zahlen, Daten und Fakten punkten, aber bitte nur einigen. Mit treffenden Zahlen oder Statistiken gibst du deiner Präsentation zusätzlich Substanz und kannst das Argument entkräften. 

 

3. Marktvergleich anführen

"Das mag ja bei XY funktionieren, aber nicht bei uns." oder "Das kann nicht klappen." - für diese Art Argumente gibt es eine weitere Möglichkeit, dem entgegen zu treten. Recherchiere im Vorfeld zwei drei erfolgreiche Best Cases, die einen Bezug zum Unternehmen vorweisen. Damit zeigst du deine Expertise, Hintergrundwissen und deine Kompetenz, über den Tellerrand hinauszuschauen. 

 

Auch uns sind in der Vergangenheit häufig Killerargumente begegnet. Nicht immer haben wir es geschaftt, ihnen und ihren Urhebern mit der gebotenen Sachlichkeit zu begegnen. In der nächsten Zeit stellen wir dir hier einige Killerargumente vor, immer mit einem kleinen Tipp versehen, wie du sie vielleicht entkräften kannst. 

 

Viel Spaß dabei wünschen

Katrin & Steffi

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Kommentare: 1
  • #1

    Torsten (Donnerstag, 13 Juni 2019 16:50)

    Ich antworte bei „das haben wir immer schon so gemacht „ immer wieder mit dem Satz „ deshalb rede ich darüber oder deshalb rufe ich an oder das halb möchte ich mit Ihnen drüber sprechen „ Das klappt bei den Killer Argumenten wenn man zum Beispiel einen telefonischen Termin machen will zum Beispiel „ sie sind zu teuer, das brauchen wir nicht, das haben wir immer schon so gemacht �“So gut wie immer. Wir können ja mal drüber sprechen. Schönen Abend liebe Grüße Torsten Raithel