Wo liegt dein Fokus?

Foto: manyFACES 

 

Ich war gerade nochmal einkaufen, für jemanden, der es gerade nicht selbst bewältigen kann. Erschrocken haben mich nicht die leeren Regale. Und auch nicht der einzuhaltende zwei Meter Sicherheitsabstand. Nicht der zu benutzende Einkaufswagen. Nicht das unsichere Ausweichen beim nun mal nicht zu verhindernden Kreuzen der Wege in den Gängen. Nicht die vielen getragenen Handschuhe, Schutzmasken, Schals und Tücher vor den Gesichtern. 

Wirklich erschrocken war ich über die Gesichter der Menschen, denen ich begegnet bin. Angst. Unsicherheit. Abgrenzung. Klar, das verspüren viele von uns in diesen Tagen.

 

Trotzdem konnte ich nur wenigen Menschen wirklich in die Augen blicken. Kaum war es möglich einen freundlichen Blick zu erhaschen. Ihnen ein warmes Lächeln voller Zuversicht und Vertrauen zu schenken. Die meisten derer denen ich begegnet bin haben nicht nur den Sicherheitsabstand im Außen eingehalten, sondern haben zusätzlich auch einen inneren Sicherheitsabstand aufgebaut. Eine schier nicht zu überwindende Barriere. Allerspätestens bei zwei Metern Nähe war auch Schluss mit dem Kotakt zum Gegenüber. Abgeschnitten. Da veränderte sich die Körperhaltung schlagartig. Die Schultern wurden eingezogen. Da senkte sich der Blick nach unten oder ausweichend zur Seite. 

Ich wünsche mir von Herzen, dass wir uns so gut als möglich im Außen schützen. Alle. Jeder von uns kann dazu beitragen.

Und dennoch wünsche ich mir, dass wir nicht den Kontakt zueinander verlieren. Unsere Herzensenergie strahlen lassen. Das Licht, das wir in uns tragen weiter geben. An jeden, der in diesen Zeiten nicht so viel Eigenes spürt. An jeden der Unterstützung braucht.  Die Energien fließen ungehindert. Das ist allemal auch aus 2 Meter Sicherheitsabstand möglich😊. Für dich. Für mich. Für jeden von uns.

 

Jeder Gedanke, jedes Lächeln, jedes Licht, jede positive Schwingung ist aufgeladen mit positiver Energie. Die für jeden zu spüren ist, auch ohne Berührung. Diese positive Energie wird gerade Jetzt so sehr gebraucht. Wenn uns diese positive Verbindung verloren geht. Sind wir verloren.

Wir verspüren die Gefühle in uns, die wir nähren. Immer. Worauf wir uns fokussieren, das wächst.

Welches Gefühl in dir nährst du?

 

Wem hast du heute schon dein herzlichstes Lächeln geschenkt😄?

Mit wem hast du dich heute schon von Herz zu Herz verbunden❤️?

Wann öffnest du dein Herz für die Liebe?

 

Gern teile ich noch eine meiner Lieblingsgeschichten mit dir. Es gewinnt das, was von uns genährt wird. Immer.

 

Die Legende von den zwei Wölfen

Ein alter und weiser Indianerhäuptling sitzt eines Abends am Lagerfeuer im Tipi mit einem seiner Enkelsöhne beisammen und erzählt ihm über seine Erfahrungen im Leben:

„Im Leben eines jeden Menschen gibt es zwei innere Wölfe, den weißen und den schwarzen Wolf. Beide ringen und kämpfen seit ewigen Zeiten miteinander um die Vorherrschaft in uns und damit in der Welt und werden dies auch in Zukunft weiter tun. einen Wolf nennen wir Menschen böse oder auch falsch. Er steht für all die dunklen, schattenhaften Anteile in uns und arbeitet mit ABGRENZUNG, Angst, Schuld, Selbstmitleid, Grübeln, Verleugnung, Unterdrückung, Betäubung, Depression, Isolation, Zwietracht, Egozentrik, Geltungssucht, Eifersucht, Neid, Maßlosigkeit, Gier, Habsucht, Genusssucht, Überheblichkeit, Intoleranz, Rechthaberei, Dogmatismus, Fanatismus, Zwang, Verhärtung, Erstarrung, Vorurteil, Abwertung, Verachtung, Feindschaft, Destruktivität, Hass und Gewalt.

 

Den anderen Wolf nennen wir Menschen gut oder auch richtig. Er nutzt die Qualitäten von VERBINDUNG, Achtsamkeit, Vertrauen, Offenheit, Liebe, Großzügigkeit, Wohlwollen, Güte, Verständnis, Mitgefühl, Freundschaft, Friedfertigkeit, Rücksicht, Demut, Gelassenheit, Wahrhaftigkeit, Hoffnung, spielerische Heiterkeit und Freude ebenso wie Flexibilität, Wandlungsbereitschaft, Kreativität, Begeisterungsfähigkeit, Autonomie, Klarheit für Einsicht, Kritikfähigkeit, Maßhaltigkeit, Selbstbeherrschung, Verlässlichkeit, Mut, dynamische Tatkraft, Zielorientierung, Visionen, Willensstärke, Beharrlichkeit und Durchhaltevermögen.“

 

Der Enkel schaut nachdenklich in die züngelnden Flammen des auflodernden Feuers. Funken steigen auf und verlieren sich im Nachthimmel. Nach einer langen Weile fragt er seinen Großvater:

„Und welcher der beiden Wölfe wird gewinnen, Großvater?“

Und der alte Häuptling schaut ihn eindrücklich an und entgegnet:

„Der wird letztendlich gewinnen, den du am häufigsten fütterst!

Darum lebe achtsam und lerne beide Wölfe in Dir gut kennen und ganz wichtig, nehme sie liebevoll an! Denn beide sind Teil Deines irdischen, menschlichen Geistes! Und schule achtsam deinen inneren Beobachter, der jenseits beider Wölfe wertfrei und wohlwollend bezeugt, auf welcher Seite du dich gerade befindest. Ich nenne ihn den Heiligen Wolf, den Wächter des Augenblicks!

Und so wähle jeden Moment und jeden Tag von Neuem deinen dich nährenden Wolf!“

 

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