Schöne Momente sammeln.

Photo by Di Maitland on Unsplash

 

Was ist deine Realität?

 In jedem von uns haben sich in den ersten Lebensjahren unsere Grundannahmen über das Leben gebildet. Aus dieser Zeit stammt auch ein großer Anteil unseres Vertrauens. In das Leben an sich. Und auch in uns selbst. Unser Urvertrauen. Unser Selbstvertrauen.

In diesen Momenten unseres Lebens haben wir alles aus unseren Kinderaugen betrachtet und in uns aufgesaugt  Alles was uns im außen passierte,  wurde sofort und direkt auf sich selbst bezogen. Alle positiven und auch negativen Erfahrungen. Wir haben alles in uns abgespeichert. Regelrecht eingebrannt. Immer mit einer Emotion dazu verknüpft. Wut. Angst. Scham. Trauer. 

 

Trennen sich Mama und Papa, dann muss das ja etwas mit uns zu tun haben. Natürlich. " Ich habe Schuld."  

Werden wir in der Schule immer als Letztes in die Mannschaft gewählt, ist uns alles sonnenklar für uns. "Ich bin nicht gut genug."

Haben unsere Eltern uns nicht im Krankenhaus Tag und Nacht betreut, weil es zu dieser Zeit einfach noch nicht möglich war, ziehen wir daraus schnell unsere eigenen Schlüsse. "Ich werde nicht geliebt."

Aus diesen vielen vielen Erlebnissen und unseren Interpretationen und Bewertungen darauf, bilden wir unsere Glaubenssätze. Wir sehen ab diesem Moment die Welt so wie sie für uns zu sein scheint. Und natürlich auch uns selbst.

Es gab in dieser Zeit also vielerlei Situationen, die wir missgedeutet haben. Vieles war von den Beteiligten vielleicht gar nicht so gemeint. Ganz sicher sogar nicht. 

 

Im Laufe unseres Lebens begegnen wir immer wieder  Situationen und Menschen, die uns gut oder auch nicht so gut tun. Sie prägen uns. Sie formen uns. Und wir formen daraus unser Bild von uns selbst. In dem Ausmaß wie wir das selbst zulassen.

 

Ist die Welt ein sicherer Ort? Bin ich erwünscht? Darf ich hier sein? Bin ich gut genug? Bin ich wertvoll? Bin ich liebenswert? Bin ich gut genug?

 

Jeder von uns hat seine eigenen Antworten auf diese Fragen, die meistens so tief im Unbewussten liegen, dass wir sie für die Wahrheit halten. Uns ist nicht mehr bewusst, dass sie nur unsere Version der Wirklichkeit sind.

Viele dieser Annahmen von uns selbst behindern uns bis zum heutigen Tag. Blockieren uns. Bremsen uns aus. In aktuellen Situationen, die rein gar nichts mit dem zu tun haben was im Hier und Jetzt ist.

Was glaubst du wirklich über dich? Wen fühlst und spürst du, wenn du all das loslässt?

 

Sobald wir aber anfangen uns dieser Blockaden bewusst zu werden und diese Stück für Stück für uns auflösen und ablegen, können wir aufhören diese Verknüpfung immer wieder in Situationen im Hier und Jetzt zu ziehen. Sobald wir aufhören, das in uns aufzunehmen was andere in uns auslösen und anfangen uns in diesen Situationen zu hinterfragen was uns dieses Erleben eigentlich sagen soll. Können wir anfangen uns selbst zu sehen und zu spüren. Können wir das erleben was wirklich in diesem Moment ist. Und hören auf aus Interpretationen unserer Vergangenheit und ängstlichen Annahmen unserer möglichen Zukunft auf den Moment zu schließen. Dann können wir sehen und erleben was wirklich ist. Schöne Momente und echte Erfahrungen einsammeln. Das was ist. Wir können immer mehr das sehen, was wir im Kern in Wirklichkeit sind. Und daraus unser eigenes Vertrauen in uns selbst und in die Welt (neu) gewinnen.

Wir können anfangen zu schöpfen und das leben was wir in Wahrheit sind. Licht und Liebe.

 

 Gern möchte ich heute wieder einer meiner Lieblingsgeschichten teilen, die wunderbar darauf aufmerksam macht auf was wir unseren Fokus legen können und wie wir es jeden Tag selbst in der Hand haben Positives oder Negatives in uns einzusammeln😊. Jeden Tag. Jeden Moment. 

 

Die gelbe Tüte (Autorin: Anna Egger)

 

Ein Mann saß auf einer Parkbank, traurig und bedrückt. Er dachte über sein Leben nach und darüber, was alles schief lief. Ein kleines Mädchen, das durch den Park schlenderte, sah den Mann, bemerkte seine Stimmung und setzte sich zu ihm auf die Bank. Sie fragte ihn: "Warum bist du denn so traurig?" Der Mann antwortete geknickt: "Ach, weißt du, ich habe keine Freude im Leben. Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll, alles und alle haben sich gegen mich verschworen und nichts läuft so, wie es soll."

 Das Mädchen schaute verwundert und fragte: "Wo hast du denn deine gelbe Tüte? Darf ich sie mal sehen?" Der Mann verstand nicht und erwiderte: "Was für eine gelbe Tüte? Ich hab nur eine schwarze." Schweigend gab er dem Mädchen die schwarze Tüte. Behutsam öffnete die Kleine die schwarze Tüte und sah hinein. Das Mädchen erschrak und sagte entsetzt: "Das sind ja nur schlimme Erlebnisse, Alpträume, Unglück, Schmerz und Leid!" Der Mann entgegnete traurig: "Das ist eben so, da kann ich nichts machen." 

 "Hier, schau", sagte die Kleine und reichte dem Mann eine gelbe Tüte. Etwas unsicher öffnete der Mann diese, und er sah ganz viele schöne Dinge: Sonntage, glückliche Stunden, Lachen, Freude, Unbeschwertheit und Zufriedenheit.

 Er wunderte sich, da das Mädchen noch jung war und fragte: "Wo ist deine schwarze Tüte?" Die Kleine antwortete keck: "Die werfe ich jede Woche in den Müll und kümmere mich nicht mehr darum! Ich denke, es ist viel schöner und sinnvoller, meine gelbe Tüte immer weiter zu füllen. Da stopfe ich so viel wie möglich hinein und immer, wenn ich Lust dazu habe oder traurig bin, schaue ich hinein. Dann geht es mir gleich wieder besser. Wenn ich dann alt bin, habe ich eine ganz volle Tüte und kann mir viele schöne Erinnerungen anschauen."

 

Der Mann war verblüfft. Und als er noch über die Worte der Kleinen nachdachte, war diese bereits verschwunden. Neben ihm lag eine gelbe Tüte auf der Bank. Er öffnete sie zaghaft und sah, dass sie fast leer war. Nur ein herzliches Gespräch mit dem kleinen Mädchen war darin.

 

Der Mann lächelte und stand auf. Er nahm die gelbe Tüte mit. Auf dem Heimweg entsorgte er seine schwarze Tüte im nächsten Müllkübel.

 

Sammelst du schon jeden Moment schöne Momente☀️?

 

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