Meine innere Stimme.

Da war sie wieder, diese kleine feine und zarte Stimme in mir. Meine innere Stimme. Meine Intuition. Die Stimme meines Herzens. Der Vertreter meines Seelenplanes.

Sie riet mir zum wiederholten Male meinen eigenen Weg zu gehen. Einfach zu vertrauen. Mich nicht länger dem System anderer anzuschließen, nur weil das auf den ersten Blick vernünftiger und sicherer aussieht.  Mich nicht schon wieder dem Sicherheitsgedanken meines Verstandes zu unterwerfen. Nicht schon wieder Angst und Zweifeln zu folgen, sondern diesmal wirklich das aus den Tiefen meines Herzens zu tun und zu leben, was ich wirklich verfolgen möchte. Was aus mir entstehen möchte. Was ich tief in mir spüre. Wofür ich mit jeder Faser und Zelle meines Seins stehe und brenne. Was wirklich in mir steckt. Was mir mein Gefühl schon oft und deutlich gezeigt hat. Dem Feuer und der Leidenschaft folgend, welches in mir brennt.

Diesmal wirklich meiner Ahnung und meinem Gefühl zu folgen, dass es auch für mich diese Leichtigkeit gibt. Aus der ich erschaffen und kreieren kann. Ganz im Fluß mit mir selbst. Eine ganz andere Art des Lebens erfahren, das von einer tieferen Ebene des Wissens aus geschieht. Leicht. Im Fluß mit meinem Herzen. Meiner Berufung folgend. 

 

Aber wie geht das denn nun? Wie kann ich meiner zarten und leisen inneren Stimme folgen, anstatt meinem lauten und doch so weise erscheinendem Verstand? Wie mache ich das denn?

Merkst du was? Ja klar! Auch diese Frage kommt schon aus dem Verstand. Welcher schon jetzt eine Erklärung fordert für das Gefühl was du fühlst. Er schaltet sich sofort ein und übernimmt die Regie. "Okay, wir können ja gern darüber diskutieren, aber sag mir erstmal wie genau wir das machen wollen. Welchen Regeln folgen wir? Auf welche Basis und Erfahrungen beziehen wir uns? Wie machen das andere? Und was sagt der Nachbar dazu? Wenn ich doch nur einen Beweis dafür bekommen könnte!"

 

"Ich habs doch geahnt.", "Genau das hatte ich im Gefühl.", "Hab ich's doch gewusst."  Wie oft durfte ich mir im Nachhinein eingestehen, dass ich schon vorher genau wusste was ich tun sollte. Was ich tun möchte. Was ich tun müsste. Um meiner Bestimmung zu folgen. Um aus tiefstem Herzen glücklich zu sein. 

Wir alle hören  diese Stimme unseres Herzens und unserer Intuition. Der eine lauter und der andere leiser in sich. Wir alle wissen um den Ruf unseres Herzens. Wir alle wissen was unsere Seele möchte. In jeder Situation unseres Lebens. Wir alle wissen was unser Herz möchte. Schon lange. Immer schon. Jeder von uns. Auch du.

 

Die Frage ist also gar nicht WIE wir sie hören. Sondern OB wir auf sie vertrauen. Oder ob wir unseren Ängsten, Zweifeln, unserem Unterbewusstsein und manchmal auch unserer gemütlichen Komfortzone erliegen, in der wir uns so schön und gemütlich eingerichtet haben.

"Ich habe Angst es finanziell nicht zu schaffen.", "Ich Zweifel daran, dass das jemand braucht was ich kann.", "Ich weiß gar nicht so genau was es ist,  was ich geben kann.", Wie sollen wir überleben?". 

Wie oft musste ich mir im Nachhinein eingestehen, dass ich eigentlich von Anfang an wusste was ich wollte und was sich für mich stimmig anfühlt. Welche Entscheidungen anstanden. Welche ersten Schritte zu gehen waren. Wo mich mein Herz hinzieht. Was genau ich mir erträume. Längst schon. Ganz sicher.

 

Wir dürfen darauf vertrauen, dass wir alle diese Intuition in uns haben. Dass wir alle Zugriff auf dieses innere Wissen und auf diese Quelle in uns haben. Das uns unsere Intuition und unser Herz nicht trügen wird. Nicht taktieren wird.

Aber Achtung. Was wir wissen sollten. Bevor wir diesen Weg einschlagen. Bevor wir eine bewusste Entscheidung für unseren Herzensweg treffen. Unsere Intuition verhält sich durchaus konträr zu unserem Unterbewusstsein, welches sich immer und ganz klar, ohne Ausnahme für Sicherheit, Bekanntes und Überlebensmodus entscheidet und nicht für Glück, Liebe und Fülle. Unsere Intuition wird uns immer leiten unseren Seelenweg zu gehen. Von Sicherheit hat keiner gesprochen. Aber von Leichtigkeit, Potenzialausschöpfung, Angekommen sein, Erschaffen, Kreativität, Neugier, Abenteuer, Leidenschaft, Erfüllung, Liebe, Erfahrungen und Glück.

 

Selbstverständlich behagt das unserem Verstand ganz und gar nicht. Für ihn stellt sich das alles einfach nur als großes Risiko und träumerische Fantasterei dar. Unser Verstand möchte immer verstehen. Erklärt bekommen. Ergründen. Kategorisieren.

Unser Verstand stellt viele Fragen an unsere Intuition, an unser Gefühl. In einer Tour. "Wie kann ich mir sicher sein?", "Wie spüre ich, dass das der richtige Weg ist?".  

Die Antwort auf all diese Fragen ist kurz und prägnant. "Gar nicht.".  Es gibt kein Netz und doppelten Boden. Es gibt keine Sicherheit. Seinem Herzen zu folgen bedeutet einer tieferen Weisheit zu folgen. Einer tieferen Ebene, als dem Verstand zu vertrauen. Diese tiefere Ebene drückt sich in Gefühlen, dem (Er)Spüren und fühlen aus. Diese weisere Ebene fordert keine Erklärungen, kennt keine Regeln, liest keine Zeitung, diskutiert nicht endlos, stellt keine Exceltabellen auf, orientiert sich nicht an endlosen Auflistungen von Pro und Contra, hadert nicht mit dem was kommen könnte, schätzt nicht endlos Möglichkeiten ab und fordert keinerlei Erklärungen.

 

 

Diese tiefere Ebene unserer Seele weiß und vertraut. 

Unserem Herzen zu folgen bedeutet tatsächlich oft auch Dinge zu tun, die unser Verstand gar nicht einsieht und versteht. Und die nach allem was wir wissen und bisher erlebt haben so gar keinen Sinn ergeben. Entscheidungen zu treffen, die überhaupt nicht vernünftig aussehen. Die sich aber, wenn wir sie getroffen haben, verdammt gut anfühlen. 

 Erst die Rückschau wird uns zeigen, erst in der Rückbetrachtung werden wir staunend feststellen, dass sich alle Puzzleteile doch entgegen aller Unkenrufe und düsteren WasWäreWennSzenarien, wie von Zauberhand gefügt haben. Sich wunderbare Möglichkeiten, Türe und Tore geöffnet haben. Sich unser Weg beim Gehen mit jedem Schritt geformt hat.

 

Wann vertraust du deiner inneren Stimme?

 

 

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