Das Versteckspiel meiner roten Brille.

Und täglich grüsste das Murmeltier. Jeden Tag. Immer wieder. Seit Monaten ging es mir so. 

 

Ich weiss noch genau wie sich dieser Moment auf dem Stuhl des Optikers angefühlt hat. Ganz genau. Schön und blöd. Zugleich. Ich hatte die Theoretische Führerscheinprüfung für Auto und Motorrad bestanden. Und nun ging es an den praktischen Teil. Nein, nein, das Fahren an sich war nicht das Problem. Darauf freute ich mich wie verrückt.

Der Sehtest war es. Der besagte, dass ich beim Führen eines Fahrzeuges auf jeden Fall eine Sehhilfe zu tragen hatte. Dick und fett abgedruckt im Führerschein. Mist. Was wohl mein Freund dazu sagen würde? Schoss es mir als erstes durch den Kopf mit meinen 17 Jahren.

Irgendwann hab ich mich an das Tragen einer Brille oder auch phasenweise an Kontaktlinsen gewöhnt. Musste ich ja. 

Aber auf eins verzichtete ich nie in all den Jahren. Ganze 30 an der Zahl. Ich ließ es mir aber in all den Jahren nie nehmen meine Brille zu Hause nicht zu tragen. Revolution. Auflehnung. Freiheit. Das stand ja nicht im Führerschein.

Sie dort in meinem bekannten Rückzugsort nicht auf der Nase zu haben. Sie sofort, wenn ich die Wohnungstür betreten hatte auszuziehen, wie meine Schuhe. Oder meine Jacke. Sie flog immer irgendwo anders hin. 

 

Natürlich veränderte sich meine Sehstärke immer weiter. Meine Werte wurden immer schlechter. Es kamen und gingen die unterschiedlichsten Modelle auf meiner Nase. Im Laufe der Jahre und im Zuge der Altersweitsicht sogar manchmal drei Modelle pro Jahr. Na klar immer mit mehr Dioptrien. Und dann sogar noch zusätzlich mit Gleitsicht für die zu kurz gewordenen Arme.

 

Doch ich bemerkte es bewusst erst nach zwei Jahren, worauf ich die ganze Zeit gestoßen wurde. Was ich merken sollte. Ich suchte in den 30 Jahren jeden, aber auch wirklich jeden Morgen, wenn ich aus dem Haus ging meine Brille. Es kam nicht nur einmal vor, dass ich mit einem Modell von vor vier  Jahren das Haus verließ, da ich meine aktuelle einfach nicht finden konnte. Meine Lieblingsbrille, eine tolle knallrote, verschwand sogar bis zum heutigen Tag. In meinen vier Wänden. Futsch. Einfach nicht mehr da.

 

Nach einem bewusstseinserweiternden sehr intensiven Seminar. Bei dem ich mental und vor allen Dingen auch emotional ordentlich durchgerüttelt wurde. Durch vielerlei meiner Ängste und Zweifel ging. Tief  in meinem Unterbewusstsein sitzende Themen auflösen konnte. Mich in tiefe Prozessarbeit begeben habe. Einer Entscheidung, die in mir einen so tiefen Schmerz auslöste, dass ich dachte, dass es mir mein Herz zerreisst. Diesen tief verkapselten emotionalen Schmerz. Der durch dieses Erlebnis in mein Bewusstsein treten konnte, durfte  ich in den nachfolgenden Nächten an der eigentlichen Ursache bearbeiten. Und dauerhaft für mich auflösen. Endgültig. Das war auch der Moment, in dem ich mich das erste mal von der Geistigen Welt habe führen lassen. Mich das erste mal aus tiefstem Herzen darauf eingelassen habe. Tiefes Vertrauen gespürt habe. Bedingungslos. Mein Emotionaler Körper konnte in den Tagen und Wochen danach heilen. Nachhaltig. Und sich so meinem Physischen und Mentalen Körper anpassen. Die gleiche Größe und Ausmaße einnehmen. Entzerren. Ist das richtige Bild dafür.

Und thematisch ging es in dem Seminar in keinster Weise um Sehkraft oder Brillen.

Sondern, um die Urkraft. Das weibliche Urvertrauen. Und das Annehmen der Weiblichkeit an sich. Das unendliche Vertrauen, welches wir Frauen alle in uns tragen. Sinnlichkeit. Und darum aus dem kontrollierenden Haben-Wollen Modus auszusteigen und das Empfangen, die Leichtigkeit und Fülle in seinem Leben zu begrüßen.

Selbst mein I-phone hat mich nach diesem Seminar dauerhaft per Face Scan nicht mehr wiedererkannt. Echt.

 

Zuhause angekommen. Blieb ich wie angewurzelt auf der Treppenstufe des fünften Stockes stehen. Kurz vor Erreichen meiner Wohnungstür schoss es mir durch den Kopf, dass das was ich da jeden Tag mit meiner Brille erlebe, vielleicht doch ein Wink mit dem Zaunpfahl war. Was, wenn ich gar keine bräuchte? Das dem Gedanken folgende Gefühl war eindeutig. Ich wusste es einfach. Ich spürte es.  Ich brauchte die Brille gar nicht. Und ich beschloss es herauszufinden. Gleich am nächsten Tag.

Am darauffolgenden  Morgen startete ich wie gewohnt in den Tag. Nur eins machte ich an diesem Tag anders. Ich suchte meine Brille nicht. Ich ging aus dem Haus. Stieg in mein Auto und fuhr los. Alles wie sonst. Dennoch beschlich mich ab und zu mal zwischendurch etwas mulmige Gedanken. Was, wenn ich doch meinem Gefühl nicht trauen konnte? Mir nicht trauen konnte. Denn es wurde mir doch in vielen Jahren von vielen Ärzten etwas anderes gesagt. Immer wieder. Was, wenn sie doch Recht hätten? Aber ich konnte doch alles sehen. Das war nicht abzustreiten. Alles.

 

Ich beschloss mir ganz und gar zu vertrauen und schob alle anfliegenden Zweifel immer wieder liebevoll direktiv und  bestimmt von mir. Beruhigte immer wieder den Kritiker und Angsthasen in mir. Sprach mit ihm. Und sagte ihm, dass ich schon wüsste was ich tue.

Ich war fest entschlossen meine Wahrheit herauszufinden und nicht die der Schulmedizin weiter zu glauben. Ich fühlte mich innerlich bereit. Und dieses Gefühl habe ich mir seit dem Abschied von meiner Brille bewahrt. Ich weiss es. Ich spüre es. Ich vertraue. Das mache ICH so. Und löse mich damit vom das macht MAN so. 

 

Worauf darfst du vertrauen?

Was weißt du eigentlich im tiefsten deines Herzens?

Wann vertraust auch du deiner Intuition, deiner inneren Stimme, deinem Bauchgefühl?

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