Vom Auffüllen und aufeinander einlassen.

 

"Und ja. Ich ich denke an dich. Manchmal so sehr, dass ich mir dieses Gefühl des einfach nur Anbuckens und gehalten Werdens vorstelle und für mich fühle. Mich hineinfallen lasse. Dieses geborgene Gefühl in deinen Armen spüre. Deine Küsse auf meiner Stirn dankbar annehme. Ich dein herzerfrischendes Lachen höre. Albern. Kindlich neugierig. Deinen unverwechselbaren Geruch rieche. Ganz dichte bei. Dein verschmitztes Lachen auf deinem Gesicht sehe. Deine Stimme in meinem Ohr höre. Deinen Bart auf meiner Wange spüre. Und dann, dann spüre ich wieder die Wärme in meinem Herzen. Die unendliche Liebe zu dir. Es läuft quasi über und breitet sich in mir aus. Das Strahlen. Die Sonne. Das Licht in mir. Und dann bemerke ich das Lächeln auf meinen Lippen. Die Gänsehaut auf meiner Haut. Merke, wie sich mein Körper dir entgegenstreckt. Bereit mich fallen zu lassen. Spüre das Glück in meinem Herzen. Spüre meine eigene Liebe zu mir selbst. Fühle meine Bereitschaft, dir zu begegnen. Authentisch. Echt. Ursprünglich. Einfach ich. Nackt. Verletzlich. Sehe mich selbst meine Arme ausbreiten und mit meinem weit geöffneten Herzen auf dich zulaufen. Immer schneller und ungeduldiger. Bloss keine Sekunde verschenken. Mit Freude und Lust einer Begegnung entgegenlaufen. In einem Raum. An einem Ort. Zu einer Zeit. In der auch dein Herz sperrangelweit offen steht. Du spürst und fühlst. Und sich unsere Herzen auf Augenhöhe begegnen können. Und ich fühle, dass ich glücklich bin. Auch nur mit diesem Gedankenspiel. Und mit mir. Dass meine Sehnsucht nicht mehr aus einem Mangel herrührt. Dass ich annehmen kann was ist.  Und dann hoffe ich und wünsche mir nichts sehnlicher, dass du glücklich bist. Und dieses unbeschreibliche Gefühl auch spüren darfst."

 

Nein. Liebe ist eben nicht da, um unsere Wunden zu heilen. Sie vermag uns zu spiegeln. Zu heilen, ja. 

Aufzufüllen, ob eines Mangels in uns. Nein.

Nein. Liebe ist eben nicht da, dass ein (Geschäfts-, Freund-, Kind-, Beziehungs-)Partner immer für uns da ist, um uns die Liebe, die wir brauchen zu geben. Um uns wertvoll fühlen zu lassen. Um uns auf einen Sockel zu heben, uns die gewünschte Wertschätzung zu geben. Sie zu potenzieren, wenn wir sie selbst schon spüren. Selbst gefüllt sind von Liebe zu uns. Sie gemeinsam wachsen zu lassen. Sie auszudehnen, ja.

Den Grundstein zu setzen. Nein.

Nein. Liebe ist eben nicht da, um etwas was uns fehlt in uns aufzufüllen. Nicht, um uns ohne den anderen wackelig zu fühlen. Nicht, um uns ganz zu fühlen. Sie gemeinsam wachsen zu lassen. Sie zu leben, ja.

Ein Loch in uns zu stopfen. Nein.

 

In den Momenten, in denen wir uns zurückgewiesen fühlen. Nicht gesehen. Oder anders herum betrachtet uns umgedreht haben. Nicht mehr hingucken. In diesen Momenten sind wir blind für die Liebe, die eigentlich immer da ist. Diese liebevolle Schwingung, die uns in jedem Moment umgibt. Die in uns - für uns schwingt. Zu jeder Zeit.

In den Momenten, wenn wir Vorwürfe machen. Uns selbst. Oder anderen. Oder anders herum betrachtet, uns entfernen, von dem was uns eigentlich gut tut, wir uns aber dennoch zurück ziehen. Natürlich nur für den anderen. Weil`s besser ist. Weil wir ihn bremsen. Weil wir noch nicht fertig sind. 

 

Je weiter wir uns entfernen. Je schneller wir weglaufen. Je lauter wir schimpfen. Desto größer wird die Sehnsucht und unser Bedürfnis danach. Je mehr wir beschuldigen, entschuldigen oder erklären, um so mehr wächst der Wunsch nach Versöhnung, Austausch und Nähe. Manchmal zwar nicht eins zu eins. Aber doch zu dem Bedürfnis was besteht. Während unser Verstand sich weiter im Erklärbärmodus und auf dem Vernunftstrip ist. Unser Verstand trennt sich weiter. Und wenn es auch "nur" von uns selbst ist. Von der Liebe an sich. Während sich unser Herz mehr und mehr nach der Versöhnung sehnt. Und. Es muss in echt kein Streit sein, kann auch eine Hingabe und ein Hineinfallen lassen in ein Gefühl sein oder auch noch vieles mehr. Unser Verstand, unser Ego möchte einfach nur das Gefühl loswerden. Wieder frei schalten und walten können. Er sagt uns ganz klar und missverständlich, dass es unvernünftig wäre, total riskant, die Gefahr besteht, dass wir uns verlieren könnten, das wir von unserem geplanten Weg abkommen. All das weiss er uns zu berichten. Er erinnert uns immer wieder an bereits Erlebtes. Kramt die gruseligsten Erlebnisse und Erfahrungen hervor. Er weiss uns von der Zukunft zu berichten. Von Szenarien, auf die wir ohne ihn niemals gekommen wären. 

 

Und Unser Herz? Unser Herz spürt den Moment. Jetzt. Es hat ganz feine Antennen dafür, was in uns schwingt. Was unser höheres Selbst und unsere Seele spüren. In den Momenten, in denen wir vertrauen. Im Fluss sind. Uns hingeben. Unser Herz lässt uns spüren, wonach unser Gefühl sich im Jetzt sehnt. Ohne Vergangenes heranzuziehen. Ohne die Zukunft mit Halogenstrahlern auszuleuchten. Es sieht und fühlt nur den einen Moment. Jetzt. Es möchte sich verlieren, vertrauen, hingeben, mehren, schenken. Geben und Empfangen. Sein. Unser Herz in vollem Vertrauen in uns selbst und in unsere Mitmenschen. Es ist risikokompetent und schenkt Vertrauen. Vertrauen in ein ebenso offenes Herz. Ohne Kalkül. Ohne Verträge. Ohne Vereinbarungen. Auf Augenhöhe. In vollkommener Authentizität. Es vertraut darauf, dass ihm Selbiges ebenfalls entgegengebracht wird. Geschenkt wird. Es gesehen wird, als das was es ist. 

 

Und warum eigentlich? Warum geben wir uns nicht selbst alles und sind zufrieden damit?

Die Grundlage für diese Erfahrungen ist tatsächlich, dass wir das alles auch uns selbst zu schenken vermögen. All die . Bevor wir eine Seelenpartnerschaft eingehen können. Bevor wir dazu bereit sind, dieses Geschenk auch von anderen annehmen zu können. Sind wir es aber und treffen wir auf ein ebenfalls bereites geöffnetes Herz. Dann können die Synergien fließen. Sich unsere Liebe potenzieren. Wir können uns wahrlich miteinander verbinden. Wir können Ebenen unseres Bewusstseins erklimmen, die uns alleine verwählt bleiben. Wir können Dinge erleben, die wir alleine nicht erleben können. Und. Wir können auch alleine für uns sein. Für uns. Dann können wir die wahre bedingungslose Liebe leben. Wir müssen nicht mehr der Sehnsucht aus einem Mangel heraus nachgeben und müssen uns auch nicht mehr dagegen wehren und verleugnen. Müssen uns nicht mehr abwenden und auch nicht mehr sein. Wir können einfach sein.

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0