Licht und Schatten.

Nichtsdestotrotz hat sich jeder von uns, der mit seinem Licht leuchten möchte, gerade und unbedingt auch mit seinen Schatten zu beschäftigen. Wer sein maximales Licht aus sich herausholen möchte, darf sich auch mit seinen Blockaden und Begrenzungen beschäftigen. Darf diese bearbeiten und transformieren. Muss sogar. 

Durch seine Schatten zu gehen, erfordert vor allen Dingen erst einmal Reflektionsvermögen, Risikobereitschaft  und Mut von uns. Es gilt für uns alles zu anzugucken und zu bearbeiten. Das Licht und auch unsere Schatten. Und die Betonung liegt hierbei ganz explizit und unmissverständlich auf bearbeiten. Nicht nur betrachten.

 

Das reine Bewusstsein über die Existenz und die Annahme unserer Schatten in Liebe, bringt uns noch lange nicht die erhoffte Schwingungserhöhung, die wir uns wünschen. Und die damit verbundene Anhebung unserer Energie und Strahlkraft. Und damit einhergehende Kraft und magnetische Wirkung, um andere Umstände und Dinge mit höherer Schwingung in unserem Leben zu manifestieren. 

Das Dunkle lediglich nur anzunehmen. Oder gar zu umgehen, weil wir es ja bewusst gesehen haben und dann doch irgendwie umschiffen. Reicht bei weitem nicht aus, um höher zu schwingen. Energetischer zu sein. 

Ja. Wir dürfen uns annehmen. Dürfen wir sogar aus tiefstem und reinen Herzen. So wie wir sind, sind wir gut. Königlich. Göttlich sogar. Ganz genau so. Super gut sogar. Mit all unserem Licht und auch mit unseren Schatten. Ja.

Aber. Solange wir unsere Schatten nur annehmen und sie eben nicht durchschreiten. Solange wir sie nur betrachten und uns das Ganze mal aus sicherer Entfernung von außen betrachten. Solange wir unseren Blick nur auf das Gute lenken - auf das Licht - werden wir unsere eigene Schwingung nicht erhöhen und auch nicht weiter daran wachsen. Und das wollen wir

doch, oder?

 

Wollen wir weiter auf unserem Weg voranschreiten, so dürfen wir uns mit voller Freude und Inbrunst der Schattenarbeit hingeben. Unsere Schatten nicht nur bewusst sehen. Sie liebevoll als uns zugehörig annehmen. Sondern sie einen nach dem anderen auch für uns bearbeiten. Gucken was sie uns zu sagen haben. Annehmen. Karma auflösen. Zurückgeben. Ungeahnte Potenziale entdecken.

Nächster Schatten. Annehmen. Karma auflösen. Zurückgeben. Nicht geahnte Potenziale entdecken. Wachsen. Und so on. und so on. Genau genommen dürfen wir sogar freudig jubilieren, wenn wir wieder einen unserer Schatten ausfindig gemacht haben. "Jiippppiiieee! Ein Schatten. Super! Eine Lernaufgabe."

Es heisst also für uns, uns liebevoll so anzunehmen, wie wir sind UND trotzdem mit uns weiter zu arbeiten. Aaahhhhh. Es gilt für uns also nicht entweder oder. Sondern sowohl als auch. 

Es geht also darum uns proaktiv unseren Schatten zuzuwenden, um sie so für uns erst zugängig zu machen. Und sie so für uns zu erschliessen.  Sie in unser echtes und volles Potenzial umzuwandeln. Und sie so für uns vollständig zu erschliessen. Schatten für Schatten. Hurra. Der Weg ist das Ziel. Welches wir dann wiederum zur Unterstützung und Stärkung des Lichts in uns transformieren können. Um daran zu wachsen. Um noch mehr Licht in uns zu tragen. Um dann noch mehr Licht aussenden und abgeben zu können. 

 

Warum? Weil da unsere Talente auf uns warten. Und auch unsere Visionen. Unsere Berufung. Unsere tiefe Verbindung zu uns und der Geistigen Welt. Die Bedingungslose Liebe in uns. 

Lichtarbeit ist also erstmal ziemlich lange mit den Schatten beschäftigt. Gut so. Denn so wird gewährleistet, dass es nach jedem sich Stellen und Durchschreiten des Schattens zu echtem Wachstum kommt und damit unweigerlich auch zu mehr Licht in uns. Wir dürfen einmal durch unsere Schatten durch. Wagemutig und unerschütterlich mitten durch. Um danach in unserem Licht anzukommen. 

Ich hab zwei klasse Metaphern gefunden. Stellen wir uns alle mal die strahlende, wärmende Sonne vor unserem geistigen Auge vor. Warum sehen wir diese eigentlich? Im Inneren der Sonne laufen; mal vereinfacht ausgedrückt Prozesse ab, die eine wahnsinnige Energie in Form von Strahlung, Licht und Wärme in alle Richtungen abgeben. Bis diese Strahlen unsere Augen erreichen und erst so für uns als Sonne ganz klar einzuordnen werden; legen die Strahlen einen weiten Weg durch den durch das dunkle Universum zurück.

So. Alle mal Licht aus. Und nun leuchten wir mal eine Fliege auf der Raufasertapete mit unserer Taschenlampe an. Na klar muss es dunkel sein im Raum. Wir können alle sehr deutlich den Lichtkegel auf der Fliege wahrnehmen. Die Strahlen, die durch die Dunkelheit gehen sehen wir mit blossem Augen nicht.

Aber was heißt das denn nun? Wenn wir uns quasi immer nur mit dem Anblick zufrieden geben. Also das Leuchten aus der Ferne betrachten. Vielleicht sogar in Schwärmerei verfallen. Dann geben wir uns lediglich mit der Betachtung dessen zufrieden. Wir begnügen uns also mit dem Schein. Wir sitzen im Kinosaal und gucken gebannt auf die Leinwand. Wir werden sozusagen nie wissen wie es wirklich ist. Wie es sich anfühlt. Wir wissen noch lange nicht wie es riecht und schmeckt. Und. Wir werden niemals die Schatten fühlen. Spüren wie es ist durch sie zu gehen. Wie es ist sich unserer Angst zu stellen. Mittendrin zu sein. Das unbeschreibliche Gefühl und die Stärkung unseres Selbstbewusstseins und die damit einhergehende Erfahrung. 

Wir werden also niemals in den wahren Genuss kommen. Nicht unser wahres Sein spüren und erfahren und mit jeder Faser auskosten können. Es nicht am eigenen Leib spüren. Bei vollem Bewusstsein. Eine OP am offenen Herzen. Werden uns niemals den Umständen wirklich aussetzen, also ganz in echt, bedeutet niemals selbst Protagonist in unserem eigenen Film zu sein. In unserem Leben. Und wir so weiterhin nur unsere Wahrnehmung von etwas als Projektion von etwas betrachten. Und das aus guter und sicherer Entfernung aus unserem Kinosessel. Womöglich noch mit Popkorneimer in der einen und Wolters Pilsener in der anderen Hand. 

So nehmen wir uns leider die einzigartige Erfahrung durch unsere eigene Transformation wirklich über uns hinaus zu wachsen. Uns zu spüren. Uns immer mehr und mehr zu vertrauen. Und damit auch die Chance wirklich von innen heraus zu wachsen. Und gänzlich und vollständig zu heilen. Authentisch. Leidenschaftlich. Echt. Und aus der Tiefe unserer Seele heraus.

 

 

 

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