Übers negative, positive und neutrale fühlen.

In vielen von uns sind Emotionen, Körperempfindungen oder Gefühle ganz weit verschlossen. Tief vergraben. Verkapselt. Wir spüren  Emotionen. Oder wir spüren eben keine. Wir haben Körperempfindungen. Oder wir haben auch keine.

 

Manche von uns versuchen über eine gewisse Zeit nur die vermeintlich guten und hehren Gefühle zu fühlen. Und verschliessen sich ab einem bestimmten Zeitpunkt, ab einer Ursache, einem Traumata, einem Erlebnis, einer Ablehnung unseren schlechten Gefühlen. Die, die man nicht fühlen möchte. Wo's anerzogen besser ist sie nicht zu fühlen. Wir kapseln sie ab. 

Wir fühlten sie zwar, haben aber nie gelernt wirklich mit ihnen umzugehen. Darf man das? "Ein Indianer kennt keinen Schmerz." "Du musst vernünftig sein." "Du bist doch schon groß." "Sei lieb." "...". Klingelt es noch heute in meinen Ohren. Und ja, ich war lieb. Und vernünftig. Und stand über dem Schmerz. Ich spürte. Und zeigte etwas anderes im Außen. Angepasst. Lieb.

Und irgendwann verblassten auch wie automatisch meine guten Gefühle. Ich fühlte mich immer mehr neutral. Und okay. Geht so. Und muss ja.

Irgendwann zog ich den Schluss für mich, dass wohl nur beides zusammen geht. Beides fühlen. Und dann aber "mit alles mit scharf". Oder eben nicht fühlen. 

 

Anstatt der Emotionen meines emotionalen Körpers, spürte ich mehr und mehr nur noch Empfindungen meines physischen Körpers. Und dort nahm ich Vieles wahr. Druck. Schwindel. Leere. Kälte. Schmerz. Manchmal alles zusammen. Diese körperlichen Beschwerden waren Ausdruck dessen, dass ich zwar die Ohnmacht, die Wut und die Scham nicht mehr spürte. Anstatt dessen aber diese vielfältigen körperlichen Beschwerden in mein Leben traten. Und ich fühlte auch die Freude, Dankbarkeit, Leichtigkeit, Lebensfreude, Lust, Leidenschaft mehr und mehr nicht mehr in meinem Leben. So lange wie ich nicht das eigentliche Gefühl zulassen konnte. Spüren und fühlen konnte. Mit tiefer Liebe annehmen konnte. Es nicht noch einmal zu durchleben bereit war. So lange konnte es auch nicht abfließen in mir. War gespeichert in einer Empfindung meines physischen Körpers. War verschlossen in einer Körperempfindung. Mein Lachen verkauft. Meine Leichtigkeit und Lebensfreude eingesperrt.

 

Als ich anfing alle Spiegel im Außen dankbar anzunehmen, in denen das negative verkapselte Gefühl in mir wieder angetriggert wurde. Und ich anfing dieses nicht mehr einfach im Außen zu beklagen oder als nicht existent wegzudrücken. Aufhörte es in einer Schublade in mir zu verwahren. Als ich anfing mich bei Allem zu fragen: Was hat dieses Gefühl, was ich gerade empfinde mit mir zu tun? Wo hat es seinen Ursprung? In welche Situation gehört es eigentlich? Ich angefangen habe zuzulassen dieses weggesperrte Gefühl noch einmal zu spüren, konnte es sich transformieren. Und abfließen. Durfte es gehen. All die Emotionen wie Hass, Wut, Trauer, Leere, Bedürftigkeit, Verlassen sein. Ich konnte alles gehen lassen.

Und als wenn das nicht schon genug wäre; ich konnte auch all meine Empfindungen aus meinem physischen Körper gehen lassen.  Und mit dem Abfließen floss nicht nur das physische Gefühl mit ab, sondern auch immer mehr Liebe zu mir. Und das ist das Phantastische. Das Sahnehäubchen.

Mit jedem gefühlten negativen Gefühl, bekam auch ein Stück weit mehr Liebe Raum in mir. Erst die Liebe zu mir selbst. Und dann auch die Liebe zu anderen und allem was ist.

Und das ist es. Wir sind ja genau deshalb hierher gekommen, um uns erfahren zu können. Um Gefühle tief spüren zu können. Und zwar alle Facetten. Farben jeder Couleur. Weil wir uns als Engel, Lichtwesen, Seelen, oder wie du es auch immer nennst, nicht so erfahren können. Genau aus diesem Grund sind wir hier. Und nicht, um alle Gefühle wegzudrücken und lieb zu sein. 

 

Wie kann ich fühlen, wenn ich nicht (mehr) fühle? Wie spüren, was ich (vielleicht) noch nie gespürt habe? 

Indem du alle Gefühle, die dir je widerfahren sind, fühlst. Indem du dich erinnerst.

Wenn alle negativen weggefühlt sind. Warten in Hülle und Fülle alle deine positiven Gefühle auf dich. Fang an dich zu (er)spüren. Dich zu (er)fühlen. Dich zu (er)fahren. Du bist einzigartig, großartig und unendlich geliebt. 

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