Energie gewinnt. Immer.

 

 

Photo by George Bohunicky on Unsplash

 

Ganz Frau sein hab ich lange abgelehnt. Sehr lange. Hab es mir selbst verboten. Bewusst und auch un(ter)bewusst. Wie meine Mutter wollte ich nicht werden. Never Ever. Wie meine Omas. Auch nicht. Wie meine LehrerInnen. Och nö. Wie meine Kolleginnen. Nein. Wie die Nachbarin von nebenan. Ganz klar nein. Dieses ewige Jammern, Beschweren und Beklagen.Die einschnürende Abhängigkeit und die totale Aufgabe ihrer selbst, nicht zuletzt für den Mann. Die Kinder. Nur, um dann später doch vorzuwerfen und zu bemängeln, dass sie doch alles gegeben hatten, selbst ihr Leben. Ohne auch ein klitzekleines bisschen auf sich selbst zu achten. Ohne sich selbst auch einmal zu beschenken. Ohne sich selbst ein wenig Aufmerksamkeit und Liebe zu erlauben. Immer in zumindest energetischer Erwartungshaltung, dass es doch sehr angebracht wäre nun Selbiges zurück zu erhalten. Klar, das wollte ich niemals sein. Das lehnte ich kategorisch ab. Diese Art als Frau zu leben. Weiblich zu sein. Abhängig zu sein. Das alles lehnte ich vehement ab. Und wählte bewusst den anderen Weg. Dachte ich. Mit fatalen Folgen für mich selbst. Und andere. 

Alles was du dir vorstellen kannst, das kannst du haben. Alles was du ablehnst, ziehst du an und es wird immer mehr zu deiner Realität. 

Ich hatte mich daran gewöhnt zu funktionieren. Zu hasseln und zu schaffen. Zu kontrollieren. Ich war es gewohnt immer viel zu machen, anstatt auf den Ruf, den Fluss und die Intuition meines Herzens zu hören. Meinen Impulsen zu folgen. Was sagt dein Herz? Was wünscht du dir? Ich habe instinktiv (unter)bewusst das Schwere gesucht, das was ich immer abgelehnt habe und mir damit na klar auch promt manifestiert. Das, was ich kannte. Immer wieder bin ich in den Kampf gezogen. Gegen andere. Gegen mich selbst. Ich verschloss mich innerlich immer mehr. Wurde immer härter. Ich war lange von der Angst geführt, mich wieder zu öffnen. Ganz zu öffnen und zu zeigen. Authentisch. Verletzlich. Nackt. Weich. Anstatt aus der Fülle meines Herzens und meiner unendlichen Liebe zu leben. Ursprünglich. Klar. Leidenschaftlich. Weiblich. In unendlichem Vertrauen in mich selbst. Die einzigartige Schönheit der Weiblichkeit. Die magische Macht der Frau. Die ursprüngliche Kraft und Stärke der Männer. Die Verlässlichkeit

 

Erst sehr viel später habe ich verstanden, dass das von mir wahrgenommene und als äußerst schwach empfundene weibliche Prinzip gar nicht wahrer natürlicher Weiblichkeit entspricht. Dass die weiblichen Prinzipien in beiden Geschlechtern gleichermaßen vorhanden sind. In unterschiedlichen Ausprägungen. Und dass das auch gut so ist wie es ist. Genau das die Anziehung und Magie des Tanzes der Geschlechter ausmacht. Die Leidenschaft. Das Feuer. Das Knistern. Die Vibration. 

Wir Frauen haben uns oftmals und mehrheitlich von diesen unseren ureigenen weiblichen Prinzipien entfernt. Von den uns von Natur aus eigenen und näheren weiblichen Prinzipien. Uns allen von Geburt an gegeben. Im kompletten weiblichen Feld ist eine Vermännlichung zu spüren. Wir haben uns eine den männlichen Prinzipien folgende Art des Lebens angewöhnt. Nicht zuletzt ob der im weiblichen Feld gespeicherten Erfahrungen vieler Generationen von Frauen vor uns, die mehr als nur abgelehnt wurden für unsere fließende Weiblichkeit. Für unsere Intuition. Für unser Wissen und das Vertrauen darin. Viel mehr. Wir schenken und gebären Leben. Warum dann nicht unser eigenes?

 

Aber was folgt denn eigentlich dem weiblichen Prinzip? Was genau sind weibliche Eigenschaften?

Weiblichkeit ruht im gegenwärtigen Sein, statt im Machen. Weiblichkeit stärkt Verbindungen , statt zu (Be)herrschen. Weiblichkeit empfängt geduldig, statt haben zu wollen.Weiblichkeit vertraut unendlich, statt Kontrolle auszuüben. Weiblichkeit fließt im Fluß des Lebens, statt Angst auszuüben. Weiblichkeit nimmt Anteil, statt ignorant und hart zu sein. Weiblichkeit blüht auf in Kooperationen, statt im Kampf und Konkurrieren. Weiblichkeit fördert das verbunden sein, statt die Trennung.Weiblichkeit fließt leidenschaftlich, statt nach Sicherheiten zu fragen. Wir haben uns immer mehr abgewöhnt zu spielen, kreativ zu sein, den Augenblick zu leben, anzunehmen, zu entspannen, geduldig zu sein, zu genießen und unendlich zu vertrauen. Stattdessen haben wir immer mehr gedacht, gemacht, getan, kontrolliert, konkurriert und ungeduldig beherrscht. Auch und besonders unter uns Frauen. 

Dabei lassen wir Frauen die Männer erst wahrhaftig richtig in ihre männliche Kraft kommen durch unsere gelebte Leidenschaft, Sinnlichkeit - unser weibliches Wesen. Wir machen sie erst ganz. Ich wünsche mir für unsere gemeinsame Zukunft, dass sich Frauen wieder ihre ursprüngliche Weiblichkeit zu leben erlauben und Männer in ihrer vollen männlichen Kraft und Stärke stehen und leben können. Beide vollkommen unabhängig und auf eigenen Beinen stehend. Dass wir beide wieder in unserer vollkommenen und ursprünglichen Schönheit  unseres Geschlechts in echten Kontakt treten. Und uns gegenseitig stärken. Und unsere unendliche Liebe fließen lassen. Ohne Kampf. Ohne verwirrendes Nichtverstehen. In der vollen Annahme des Geschenks des anderen. In der bedingungslosen Liebe. Weiblich. Männlich. In der Ganzheit zweier Individuen, die sich aus ihrer Freiheit heraus aus der Tiefe ihrer Herzen mit voller Absicht für den anderen entscheiden. 

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