Aufschieberitis und Co.

Da war es wieder. Bedrückend. Dumpf. Schal. Einengend. Ohnmächtig. Fad. Ich fühlte mich wieder einmal richtig schlecht. Körperlich und mental. Alles war schwer und es war als ob etwas zog und zuppelte an mir. Komisch. Ich hatte doch gar nichts gemacht. Wirklich nicht. Alles war wie immer. Ich hatte nichts anders gemacht als sonst auch. Eben. Das war's ja. Genau das nichts machen. Nicht handeln. Nicht entscheiden. Nicht springen. Das nicht damit beschäftigen verursachte nun dieses Gefühl in mir. 

 

Wenn dir deine Seele einen wahren Impuls schickt, dann solltest du auch tunlich alles daran setzen ihn umzusetzen. Sofort. Ohne viel darüber nachzudenken. Und diesen Impuls nicht überhören. Und auch nicht sofort beim ersten Stöckchen oder Steinchen auf deinem Weg stehen bleiben. Wieder umkehren. Aufgeben. Oder erst gar nicht anfangen. Bei einem "Ich weiß noch gar nicht wie das gehen soll." und "Oh, das ist mir aber doch zu unsicher". Wir können uns in diesen Momenten in denen wir aufgeben wollen oder erst gar nicht loslaufen einige Fragen an uns selbst stellen. Ganz ehrlich jetzt bitte. Bist du wirklich so schwach? Oder möchtest du es einfach nur bequem haben? Bist du wirklich bereit radikal etwas in deinem Leben zu ändern? Etwas total Verrücktes zu machen. Fern ab von allem bisher erfahrenem. Fern ab von jeglicher Norm. Einmal gegen dein bisheriges Vorstellungsvermögen handeln. Gegen deine Vernunft und alles bisher erlebte. Dich selbstbestimmt und selbstbewusst deinem Impuls  entgegenstrecken und einfach machen. Ihm bedingungslos folgen.  

 

Diesen einen  Impuls hatte ich schon ganz oft. Immer denselben. Wieder und wieder und wieder. Ich spreche ganz bewusst nicht von einem Gedanken, damit er nicht mit einem ebensolchen verwechselt wird. Einem Gedanken, der unserem Verstand entsprungen ist. Mit geschlossenen Augen weiss ich ganz genau wie das Bild dazu aussieht. Wie es sich anfühlt in dem Moment, wenn er zu mir kommt. Er zieht mich magisch an. Mein Herz weiß, dass er unumgänglich ist für mich, wenn ich denn das fühlen möchte was er mir so klar verspricht. Wenn ich fühle. Und vertraue. Wenn ich in mich vertraue. Dieser Impuls lässt mich nicht mehr los. Wie es sich anfühlen wird, wenn ich ihm nachgegangen bin. Welches ganz klar der erste unumgängliche Schritt für mich ist. Jetzt. Oft besucht er mich auch in meinen Träumen. Ganz tief wissen wir, dass wir ihm nicht nur folgen möchten, sondern sogar müssen. Müssten. Irgendwann werden. 

 

Wir haben uns so sehr an unsere Bequemlichkeit gewöhnt, dass unser Leben zwar (abge)sicher(t) ist, wie der Hochsicherheitstrackt von Alcatraz, uns aber auch oftmals gleichermaßen wie das Amen in der Kirche langweilt. Uns nicht ausfüllt. Uns nicht erfüllt. Wir haben uns so sehr daran gewöhnt, dass es uns ja eigentlich ganz gut geht und damit abgefunden, dass wir doch ganz zufrieden sein können mit unserem Leben. Unserem Job. Unserem Partner. Unseren Beziehungen. Unseren Aktivitäten. Unserem Sein und Wirken. "Da kann man halt nichts machen. Da sind mir die Hände gebunden. Ich würde ja sofort, wenn du mir nur die Sicherheit gibst ." Dabei liegt die Sicherheit tief in jedem von uns.

Diese unsere Seelenimpulse kommen immer wieder zu uns. Wenn wir ihnen nicht folgen. Erleben wir im Außen Dinge, die uns immer wieder daran erinnern, dass sie noch da sind. In immer kürzeren Abständen. Mit immer höherer Frequenz. Mit immer größeren Auswirkungen für uns.  Ganz tief abgespeichert in uns. Sie erinnern uns daran, weil wir uns nicht erinnern. 

 

Manchmal nehmen wir uns viel vor. Manchmal denken wir sogar, dass wir die Welt wirklich auf den Kopf stellen können. Unser Leben. Wir spüren es für einen Moment ganz klar und deutlich. Dass unsere Träume und tiefsten Sehnsüchte wahr werden könnten.Für mich. Und auch für dich. Dass wir einfach das tun könnten, wofür wir hier her gekommen sind. Unendlich frei. Ursprünglich wild. Wunderschön authentisch. Aus den Tiefen unseres Herzens heraus. In diesen Momenten spüren wir, dass wir es selbst in der Hand haben. Dass wir es schaffen könnten. Dass es leicht sein darf. Das bereits alles in uns steckt was wir brauchen. 

Und dann schlägt doch wieder unser Verstand  und die Aufschieberitis zu. "Das mache ich schon noch. Da fehlt mir noch was. Da bin ich einfach noch nicht so weit. Da brauche ich noch Zeit. Heute bin ich zu müde. Morgen. Später. Wenn ich in Rente bin." Manchmal ruft uns ganz Großes. Und manchmal sieht es nur wie Kleinigkeiten aus.

Es gab Zeiten in meinem Leben, da habe ich mir jeden Abend vorgenommen, dass ich früher aufstehe, um mir etwas Gutes zu tun. Meine Morgenroutine durchzuziehen und unendlich erfüllt in den Tag zu starten.  Jeden Morgen hab ich dann meinen Wecker erschlagen, nur um noch zehn Minuten länger zu dösen. Oft eine ganze Stunde lang. Manchmal auch zwei.

Uns fehlt einfach der Mut unseren wahren Impulsen zu folgen und die nötige Disziplin, etwas wovon wir doch genau wissen, dass es uns unserem Ziel näher bringt noch zusätzlich zu tun. Oft nur eine Weile lang. Bis wir dann Möglichkeiten erschaffen haben, um nur noch das zu tun was wir möchten. Was wir in Wahrheit sind. Weil wir noch nicht genau wissen wie. Dabei wissen wir doch ganz genau, dass wenn wir etwas aufschieben, es uns doch wieder einholt. Welchem Impuls möchtest du folgen? Was spürst du tief in dir was dran ist? Was möchtest du heute eigentlich tun?

 

Jedes mal wenn wir dann doch unseren Seelenimpulsen folgen gestaltet sich der Prozess leicht und spielerisch. Auf unserem Seelenweg fügen sich die Dinge, die wir uns mit unserem Verstand nicht vorher hätten ausmalen und erdenken können. Oder uns so schön schwarz und schwer vorgestellt haben, dass wir gelähmt waren sie zu gehen. Es fügt sich alles, weil wir bereit sind unseren Herzensweg zu gehen. Bereit sind uns selbst und unseren Impulsen zu folgen. Bereit sind für uns und unsere Träume aufzustehen und loszulaufen. In radikaler Klarheit. Zu vertrauen. Dieser Weg ist erfüllend und unendlich bereichernd. Und bringt uns zu unserer unendlich tiefen Liebe zu uns und allem was ist. 

Unsere so lange gelebten Muster und die Angst in uns wollen jeden Tag liebevoll von uns umarmt werden. So dass sie bereit sind sich mit uns auf den Weg zu machen. Wir dürfen darauf vertrauen, dass sich der nächste Schritt auf unseren Impuls in den nächsten Tagen für uns zeigen wird. Sich wie von selbst ergibt.

Bist du bereit viel mehr zu spüren? Viel mehr zu empfangen? Viel mehr zu leben? Viel mehr zu sein? Bist du bereit für deinen Shift? Bist du bereit dich zu erinnern, warum du wirklich hier bist? Wer du in Wahrheit bist? Wann springst du? In dein phantastisches, göttliches und leichtes Sein.

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